Eichhörnchen Miro´s Rettung aus fataler Lage

 

Im Juni 2013 erreichte mich der Anruf einer jungen Stadtführerin, welche mit einer Schulklasse einen Rundgang um die Altenburg machte. Am Boden im Gras fanden die Kinder ein abgestürztes rotes Eichhörnchenbaby. Zum Glück gibt es heutzutage internetfähige Handys, mit denen man sich auf die Schnelle nach Hilfe umsehen kann, denn dem Eichhörnchenbaby ging es nach dem Absturz leider nicht gut.

Das rote Baby, wir nannten es später Miro, hatte vom Absturz ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten und kämpfte mit massiven Gleichgewichtsproblemen, Schwindel und Drehbewegungen. Da bei abgestürzten Jungtieren auch immer mit HIrnblutungen zu rechnen ist, war deshalb auch gar nicht so sicher, ob Miro überhaupt durchkommen würde.

Das Eichhörnchen wurde daher tiermedizisch notversorgt und danach hieß es erst einmal abwarten. Immerhin nahm es die angebotene Aufzuchtmilch an und versuchte auch, herum zu krabbeln. Trotz Schmerzmittel muss das Tier anfangs ziemliches "Schädelweh" gehabt haben.

Da bei mir saisonbedingt zu dieser Zeit schon "full house" war, holte meine Schwester Katja, welche in der Säugetier- und Vogelaufzucht auch schon einige Erfahrung sammeln konnte, den kleinen Unglücksraben zur weiteren Pflege bei mir ab.

Während Miros Zustand in den nächsten Tagen weiter kritisch blieb, gab sich meine Schwester alle Mühe, den kleinen Kerl durchzubekommen. Wir führten viele Telefonate, was alles noch möglich und ratsam sei.

Die gute Pflege und die liebevolle Betreuung halfen dem Winzling, sich zu erholen. Mit den Gleichgewichtsstörungen hatte er noch einige Wochen zu kämpfen.

 

Katja zeigt, wie gut es dem kleinen Miro nun wieder geht...

 

Miro blieb daher noch etwas länger bei ihr als es für gesunde Jungtiere üblich gewesen wäre. Anschließend zog der genesene junge Bursche dann in die Auswilderungsvoliere um, wo er lernte, dass er kein Menschenkind, sondern ein Eichhörnchen ist. Zu seiner Zeit waren auch andere Eichhörnchen in der Auswilderungsphase dort untergebracht, wie zum Beispiel der übermütige Bubi von unserer Wildvogelkollegin Sabine Witt aus Stadtsteinach. Miro war bald mit ihm befreundet. Gemeinsam tollten sie durch die Voliere. Seine Walnüsschen teilte Miro aber nicht gerne mit den anderen Hörnchen. Die aß er am liebsten selbst.   :-)

 

Dieses Foto  zeigt den mittlerweile ausgewachsenen Miro kurz vor seiner Freilassung im August 2013:

 

Wir hoffen und wünschen uns, dass Miro, der Ende August 2013 in die Freiheit zurück entlassen wurde, draußen zurecht kam und überlebt hat. Die Welt ist voller Gefahren für ein kleines Eichhörnchen. Mit etwas Glück ist er aber noch in meinem Garten und in dessen Umgebung mit den vielen Walnuss- und Obstbäumen unterwegs und wird vielleicht heuer (2014) selbst zum ersten Mal Vater von kleinen Eichhörnchen, die hoffentlich anders als er ihre ganze Baby-Zeit gefahrenfrei in ihrem Geburts-Kobel verbringen dürfen...

 

Susanne Wicht